#277 - Kraft im Verlust finden: Sarah Bosslet bei Straps und Flo

Shownotes

In dieser Folge von Sitzfleisch treffen Straps und Flo auf Sarah Bosslet, die vielen zunächst als englischsprachige Fahrerin erschien – bis sich herausstellt, dass sie aus Deutschland stammt und Mathematiklehrerin ist. Die Folge entwickelt sich schnell zu einer Reise durch Sarahs ungewöhnlichen Weg in den Ultraradsport: vom jahrelangen Freiwasserschwimmen über eine spontane Bikepacking‑Tour bis hin zum Start beim Transcontinental Race, für das sie sich eigentlich gar nicht bereit fühlte. Sie erzählt, wie eine Armverletzung kurz vor dem Rennen ihre Vorbereitung fast unmöglich machte, warum sie trotzdem an der Startlinie stand und welche Höhen und Tiefen sie unterwegs erlebte – von euphorischen Momenten in der Türkei bis zu zermürbenden Gravelpassagen im Balkan.

Besonders eindrücklich wird es, als Sarah über den Verlust ihres Partners Mohit spricht, der bei einem Weltrekordversuch in Südamerika tödlich verunglückte. Sie beschreibt, wie sie trotz Trauer wieder aufs Rad fand, warum sie heute für und mit ihm fährt und wie ihre Freundschaft mit Carlotta Schumacher entstand, die sie schließlich durch das Race Across Spain begleitete.

Sarah Bosslet auf Instagram: https://www.instagram.com/sarahbosslet/

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Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich willkommen bei Sitzfleisch,

00:00:03: dem Bärencast.

00:00:06: Mit

00:00:07: Christoph Strasser

00:00:08: und Florian Kaschitzon.

00:00:20: Und Gottesön ist dieses Intro originell.

00:00:24: Ja, habe ich mitgeschrieben vorher und da ist mir das eingefallen.

00:00:29: Das ist jetzt auch der Beweis, dass wir jetzt nicht das Intro machen und danach unsere Gesprächspartnerin quasi zu uns einladen, sondern... Das großartige Intro gibt es dessen, weil wir das Gespräch schon aufgenommen haben und das Intro jetzt im Nachhinein machen.

00:00:45: Und wenn man dann die Folge aufmerksam hört, versteht man das Intro?

00:00:52: Ja, also wie gesagt, wir haben einen Super-Gast, wir haben ein unglaublich großartiges Gespräch geführt.

00:01:00: Und ja, zudem werden wir euch gleich hinleiten, weil wir haben wenig Zeit für Geblänkel der Straps.

00:01:07: Falt bald vom Fleisch auf.

00:01:10: Falt bald mit Unterzucker vom schreibtisch Sessel.

00:01:14: Ja, also es wird jetzt heute nicht um unsere alltäglichen Hürden und Herausforderungen gehen, aber wir haben heute wieder so gestern vier halb Stunden, heute fünf Stunden Training gehabt.

00:01:25: Ich habe jetzt da dann, ich neige dazu, dass ich das ein bisschen hinauszögere und dann habe ich zwischen Trainingsende und Podcast Aufnahmen nicht so viel Zeit und das heißt, Es föhlt jetzt noch die Nahrungsaufnahme, das ist komplett unvorbildlich, weil man sieht gleich noch ein Training essen.

00:01:40: Aber ich habe nur eine Kleinigkeit gesnackt und

00:01:45: wirst vielleicht sagen, was für eine Kleinigkeit das war, damit man da mal sieht, wie sich die Profis ernähren.

00:01:53: Ich möchte nicht sagen, dass ich eine Schokolade gegessen habe.

00:01:57: Zumindest

00:01:57: keine Details dazu.

00:02:02: Jetzt kommt dafür etwas gesundes, was gekocht ist, was richtig gut ist, aber so ein kleiner Zwischen-Snake, es ist mal, ich verzeihe es mir selber.

00:02:13: Noch fünf Stunden Training.

00:02:15: Aber genug geblödelt.

00:02:19: Wir schalten jetzt in den wunderschönen Fragezeichen.

00:02:22: Schwarzwald.

00:02:24: Schwarzwald.

00:02:24: Aber der ist sicher schön, sonst wird es nicht Schwarzwaldhausen.

00:02:28: Und im Schwarzwald werden wir... die Sarah Bosslett und nicht die Sarah Bosslett empfangen.

00:02:35: Das werden wir auch noch gleich auflösen, was das für ein komisches Missverständnis war oder für eine Fehleinschätzung von mir.

00:02:42: Und die Sarah hat eine wirklich außergewöhnliche und sehr inspirierende Geschichte, die sie mit uns teilen wird und es hat für uns ein paar Gänsehautmomente gegeben oder eigentlich fast die durchgehende Episode war, war sehr tiefgehend und wirklich berührend.

00:03:03: Sie hat Transcontinental Race Erfahrung, sie war früher Schwimmerin und hat vor circa einem Jahr einen ganz schweren persönlichen Rückschlag, nämlich einen Trauerfall erleiden müssen und da wird sie uns erzählen wie sie damit umgegangen ist und wie das sie vielleicht bewegt hat oder wozu sie das veranlasst hat.

00:03:27: Ja, und trotz des schweren Themas haben wir doch einige leichte Momente und für zum Lachen auch gehabt.

00:03:36: Also so wirklich ein unglaubliches Gespräch und hört es euch am besten selbst an.

00:03:44: Hallo Sarah, guten Abend.

00:03:45: Danke, dass du dir Zeit genommen hast und danke, dass du heute bei uns bist.

00:03:50: Ja, danke, dass ich hier sein darf.

00:03:53: Hallo Sarah, ich muss gleich ganz am Anfang, ganz kurz, Ein Missverständnis, wobei ich glaube, das ist gar kein Missverständnis.

00:04:00: Das war einfach eine falsche Annahme von mir.

00:04:05: Wir haben ja schon öfters einmal Nachrichten gekriegt, so, hey, Sarah Bossleit, müssen uns einmal einladen, das war sicher ein total cooles Gespräch.

00:04:14: Und haben wir uns im Ziel von Transcontinental gesehen, haben wir uns nicht wirklich gesehen, weil so viel los war wie jetzt.

00:04:22: eben bei der Abschlussfeier und so weiter, habe ich das natürlich mitbekommen.

00:04:25: Deine Geschichte und ich meinte, das wäre wirklich cool, weil es ist ja zu short, weil ich irgendwie glaub, du bist aus Englund oder du sprichst Englisch, weil Sarah Bosslett, das haben sie so ausgesprochen, die mir gesagt, das wär super, aber wir machen halt einen deutschen Podcast, gell?

00:04:40: Und erst Monate später bin ich draufgekommen, dass du ja aus Deutschland bist.

00:04:46: Ja, tatsächlich hast du auch, glaube ich, irgendwann mal im Podcast gesagt, dass er bei Bossled und dann dachte ich mir,

00:04:52: okay,

00:04:53: komm aus Deutschland.

00:04:58: Ja, super, dass ihr das jetzt hiermit auflöst und dass wir heute Zeit haben zum plaudern.

00:05:03: Echt cool.

00:05:04: Und das auch noch in unserer aller Muttersprache.

00:05:07: Ja, perfekt.

00:05:11: Wir müssen vielleicht auch noch ganz kurz am Anfang was ansprechen.

00:05:15: Du bist Mathe-Lehrerin.

00:05:19: Wenn du nicht auf dem Fahrrad sitzt, wie schwer ist es für dich?

00:05:24: Hast du mit vielen traumatisierten Menschen zu tun, die schlechte Erfahrungen an Mathelehrerinnen haben?

00:05:30: Ja, definitiv.

00:05:33: Ich versuch das aber zu beheben und ich glaube, das gelingt mir ganz gut.

00:05:39: Meine Schüler sind ganz zufrieden mit mir.

00:05:42: Das

00:05:43: ist sehr gut.

00:05:44: Es braucht mehr solche Materielerinnen damit.

00:05:50: Wie schwer hast du es gehabt, Flo in Mathematik in der Schule?

00:05:53: Ich habe es zum Glück nicht so schwer gehabt.

00:05:56: Aber ja, das haftet dem Fach halt einfach so an, dieser schlechte Ruf.

00:06:03: Ja, ich muss sagen, Mathematik, das war eins meiner Lieblingsfächer, ich habe das extrem gern geguckt.

00:06:08: Und ich habe mir auch gedacht, Wie gelesen, ob das du im Mathematik unterrichtest, ob das vielleicht in irgendeiner Form jetzt in Bezug auf den Sport, vielleicht an analytischen Zugang oder vielleicht realistischere Selbsteinschätzung oder ein bisschen strukturierteres, vielleicht herangehensweise, ob es in der Form vielleicht irgendwann, in der Anfangstechnik, Vorteile hast oder einen speziellen Zugang, was glaubst du?

00:06:33: Ja, so diesen analytischen Zugang habe ich bestimmt irgendwie.

00:06:39: Ja, ich bin auch relativ strukturiert, aber ich plan jetzt nicht irgendwie das ganze TCR von A bis Z komplett durch, weil dazu können viel zu viel passieren.

00:06:50: Vielleicht kommt es noch, keine Ahnung, aber so viel Zeit habe ich auch gar nicht, um das zu planen.

00:06:56: Ja, aber ich rechne jetzt auch nicht irgendwie alles durch, also vielleicht minimaler Vorteil.

00:07:03: Und spätestens, wenn du mit einer lauter Schuhmacher unterwegs bist, oder ist eine gewisse Portion... Ungeplantes und vielleicht chaotisches in positiven Sinne sowieso dabei.

00:07:12: Ja, das auf jeden Fall.

00:07:14: Wobei da schon viel geplant ist.

00:07:17: Also man darf eigentlich überhaupt gar nicht anhalten.

00:07:20: Das ist so ein ungeschriebenes Gesetz von ihr, dass man alles auf dem Fahrrad machen muss.

00:07:28: Das ist schon spannend.

00:07:32: Aber bevor wir dazu kommen, vielleicht gehen wir mal ganz zurück an den Anfang.

00:07:36: Wie bist du überhaupt zum Radsport oder zum Ultra Radsport im speziellen Kommen?

00:07:42: Was waren so deine ersten Gehversuche?

00:07:46: Also ganz ursprünglich bin ich Leistungsstrümerin im Freibasser.

00:07:52: Also auch dort die ganz langen Strecken, fünfzehn und fünfundzwanzig Kilometer im See, Meer oder Fluss.

00:07:59: Und ja, das habe ich leistungssportmäßig ja zwanzig Jahre gemacht.

00:08:05: Bis im ersten Corona-Lockdown.

00:08:09: Und da waren ja alle Schwimmbäher dazu.

00:08:12: Und dann saß ich noch mal viel auf dem Fahrrad und spring gelaufen und habe dann schnell festgestellt, dass ich nicht mehr den ganzen Tag meinem Kopf unter Wasser sein will.

00:08:22: Man sieht halt nichts und das ist ultra langweilig.

00:08:26: Ja und dann, ja im selben Jahr habe ich meine erste Mini Bikepacking-Tour gestartet, mit fast gar keinem Gepäck und irgendwie komplett ungeplant und fand das ganz cool.

00:08:42: Ja und dann saß ich insgesamt halt viel auf dem Fahrrad und habe eben, ich glaube, ich glaube, lange Bikepacking-Tour vom Nordcup bis nach Norddeutschland gemacht.

00:08:57: Und da dachte ich mir ja, okay, das ist irgendwie ganz cool.

00:09:01: Und als ich am Nordcup losgefahren bin, habe ich die Finisher vom Norscape Fortausend getroffen und dachte so, okay, das ist irgendwie krass, dass man in viertausend Kilometer in neun Tagen oder so fährt.

00:09:15: Aber ja, vielleicht ist das ja auch mal was für mich.

00:09:19: Und dann letztes Jahr, also zwei, vierundzwanzig war es dann soweit.

00:09:23: Und das TCR war mein erstes Ultra.

00:09:27: Wie viele Teilnehmer vom Nordkopf Viertausend hast du gesehen?

00:09:31: Bist du da irgendwie die gleiche Strecke in die Gegenrichtung gefahren?

00:09:34: Hast du immer wieder welche getroffen?

00:09:37: Ja, also Nordkopf, das ist ja so eine Insel.

00:09:39: Und entweder, also, oder man muss durch diesen Tunnel fahren.

00:09:45: Den Tunnel wollte ich aber mit dem Fahrrad nicht fahren, weil irgendwie sieben Kilometer lang unter dem Meer, das war für mich voll angsteinflößend.

00:09:55: und dann dachte ich so, ja, okay, ich fahre mit dem Bus.

00:09:57: Und die Finisher, ich glaube, es waren zwei oder drei, wollten auch mit dem Bus zurückfahren, weil irgendwie müssen die ja wieder zu kommen.

00:10:06: Und so kamen wir dann ins Gespräch, weil der Busfahrer uns nicht mitnehmen wollte, weil wir halt drei Fahrradfahrer waren und da schon Radfahrer drin waren.

00:10:16: Genau, und dann aber als ich losgefahren bin, habe ich immer mal wieder so ein paar gesehen.

00:10:21: Ja, ich glaube die ersten dreihundert Kilometer von mir, das war so die selbe Strecke.

00:10:29: Und hast du die dann so ein bisschen eingelesen oder ein bisschen herumgesucht?

00:10:35: Wie bist du dann gleich zum TCR kommen?

00:10:38: Ja, es hat ja dann erst mal noch zwei Jahre gedauert.

00:10:40: Es lag daran, dass ich mal einen Referentariat machen musste und dann quasi keine Zeit hatte.

00:10:46: Und dann danach dachte ich, jetzt wäre es an der Zeit, mal sowas auszuprobieren und hab dann ja rumgesucht, was halt in meine Sommerferien reinpasst.

00:10:57: Und hab festgestellt, okay, TCR passt ziemlich gut in die Sommerferien.

00:11:02: Ich kann mich ja mal anmelden, weil das halt einfach für mich auch bekannt war, das Rennen.

00:11:07: Und mein Gedanke war, wenn ich mich... fürs erste Mal anmelde, dann werde ich ja auch nicht genommen, weil es ist ja das erste Mal und da gibt es so viele Bewerbungen.

00:11:16: Ja, ich wurde eines Besseren belehrt und wurde angenommen und war dann ziemlich im Stress.

00:11:24: Also hast du dann, also du hast nicht damit gerechnet an Startplatz zu bekommen und hast dann sieben Monate Zeit gehabt, um dich vorzubereiten?

00:11:34: Ja, mehr oder weniger.

00:11:35: Also ich habe nicht damit gerechnet, ja im Januar kam meine Zusage.

00:11:40: Und dann habe ich mir aber erst mal im März noch den Arm ziemlich zerdrummert und war zwei Monate komplett außer Gefecht gesetzt und konnte im Mai das erste Mal nochmal auf dem Fahrrad sitzen.

00:11:55: Und dann waren die Zeit ziemlich knapp.

00:11:59: Wie hast du das denn in der Zeit gemacht mit Training?

00:12:02: Hast du alternativ irgendwie trainieren können oder hast du gar nichts machen können, wie du quasi wieder abengeheilt ist?

00:12:10: Ja, ich saß ein bisschen auf der Rolle, aber das war auch mehr oder weniger gut, weil man halt irgendwie dann doch total aufrecht sitzen muss und das irgendwie kein schönes Radfahren ist.

00:12:23: Ja, das habe ich schon versucht und ansonsten habe ich halt irgendwie versucht, mein Arm wieder aufzubauen, aber ich glaube die ersten Wochen habe ich auch so gar nichts gemacht.

00:12:32: Also ich wollte dann irgendwie spazieren oder Wandern gehen, weil ich Mallorca Trainingslage habe.

00:12:38: war eine Woche später geplant, ich bin dann auch mitgeflogen, aber ich konnte halt nicht Rad fahren und war dort dann wandern, aber das ging irgendwie auch nicht so wirklich.

00:12:48: Also, ich muss ehrlich sagen, für mich ist das eine der ganz schwierigen Vorstellungen, wenn ich ein großes Event vor mir habe und aus jedem Grund wird man als Training quasi verunmöglicht.

00:13:00: Also, da würde ich glaube im Kopf ziemlich, ziemlich unlocker werden.

00:13:05: Also schon einmal großen Respekt, dass du das in der Vorbereitung so... Ich weiß nicht, ob du das mit Ruhe und Gelassenheit akzeptiert hast, aber du hast dir im Prinzip keine andere Möglichkeit gehabt, wenn du eine Verletzung hast, kannst du nicht trainieren.

00:13:17: Und irgendwie, der Termin kommt immer näher und du denkst, dass du eigentlich würdest gerne ein paar hundert Kilometer mehr am Tacho haben oder vielleicht ein paar tausend Kilometer mehr am Tacho, aber es geht halt nicht.

00:13:28: Wie hast du das im Kopf so aushalten können, das war's?

00:13:33: Das Rennen kommt immer näher und du bist fitnessmäßig noch nicht dort, was du vielleicht gerne gewesen wärst.

00:13:40: Ja, ich glaube, dass ich da viel aus meiner Leistungssportzeit profitieren konnte, weil auch da ja so ganz ohne Verletzungen kommt man da nicht durch und ich hatte schon viele Rückschläge und kam da irgendwie immer wieder raus.

00:13:57: Und als ich wieder auf dem Rad sitzen konnte, habe ich meine damalige, also zur Leistungssportzeit, Physiotherapeutin getroffen und habe ihr erzählt, ja okay, ich sitze jetzt irgendwie das zweite Mal auf dem Fahrrad und ich will aber im Juli das CCR fahren.

00:14:15: Sie hat mich erst mal erstaunt angeschaut und dann der zweite Satz war aber, ja, das schaffst du.

00:14:21: Und das war für mich so, okay, wenn sie das sagt, dann schaffe ich das, weil sie kennt mich so gut aus allen Zeiten.

00:14:30: Und sie glaubt an mich, also glaub ich jetzt auch an mich.

00:14:33: Und ja, ich hab das dann versucht auszublenden, dass ich vorher halt überhaupt nicht auf dem Fahrrad saß und mein Ziel war es, bis TCR starten.

00:14:41: Zumindest als Jahreskilometer, die Kilometer zu haben, die ich im TCR fahren werde.

00:14:47: Das hat funktioniert.

00:14:49: Aber es war halt nicht so viel.

00:14:53: Er kommt auf die Routenplanung drauf an, wie viele Kilometer man dann ohne Endeffekt fahren muss.

00:14:59: Wie ist es dir damit gegangen?

00:15:02: Hast du früher schon einmal so für deine eigenen Touren die mehr mit dem Thema beschäftigt oder war das das erste Mal so eine Monsteraufgabe, ganz Europa zu durchqueren und dafür selbst die Routen zuerstellen?

00:15:14: Ja, also... Vorher habe ich schon mal Routen geplant, aber das war dann halt eher so spontan und irgendwie und ist auch nicht so schlimm, wenn Komotant irgendwie ein Fehler macht.

00:15:26: Ich habe sehr viel gelernt bei meinem ersten TCR, vor allem, dass man frühzeitig mit der Routenplanung anfangen sollte.

00:15:35: Ich habe das zwar relativ früh gemacht und ja, eigentlich hätte ich ja Zeit gehabt, als ich verletzt war, aber da kam mir das irgendwie nicht in den Sinn, dass ich jetzt die komplette Routen plane.

00:15:44: Und zwei Tage vor TCR-Start ist mir aufgefallen, okay, ich sollte meine Route immer noch mit den Bandroads abgleichen.

00:15:56: Und musste dann ultra viel nochmal neu planen.

00:16:01: Ja, also das war ein großer Lernprozess.

00:16:08: Das erste TCR, da du dabei warst, das war von Rupee nach Istanbul, oder?

00:16:14: Wenn ich das richtig im Kopf hab.

00:16:17: Ohne Fähren.

00:16:20: Wie mit einer Minifähre, aber die war relativ formlos, also die ist ja wie stündlich gegangen.

00:16:28: Also über den Bosporus.

00:16:29: Also nein, nicht über den Bosporus, über... Ich würde es vergessen, wie heißt die?

00:16:33: Die Meerengel.

00:16:37: Südlich vom Marmaramäer, okay.

00:16:38: Auf jeden Fall, das war so eine zwanzig Minuten Fähre, die stündlich gegangen ist.

00:16:43: Wie ist dir dann dabei gegangen so bei dem ersten TCR?

00:16:47: Wie waren so die Emotionen?

00:16:49: und wie ist es dann gelaufen?

00:16:54: Emotional war alles dabei, von absoluten Höhen bis absoluten Tiefen, vor allem ja dann irgendwo in der Türkei diese Gravel Passagen, als man diese schöne Hauptstraße nicht erfahren durfte.

00:17:13: Das war mein absoluter Tiefpunkt, aber kurz davor war mein absoluter Höhepunkt.

00:17:18: weil ich das irgendwie so krass fand innerhalb von zehn Tagen jetzt plötzlich in der Türkei zu sein.

00:17:24: Ja, also ich glaube insgesamt, ich habe super viel gelernt.

00:17:29: Ich war total froh und stolz, auch das am Ende geschafft zu haben.

00:17:35: Vor allem, also vorher meine Angst war, dass mein Arm das vor allem nicht irgendwie schafft, weil ich nie so lange Rad gefahren bin.

00:17:43: Also meine längste Strecke vorher war... dreihundertzwanzig Kilometer oder so.

00:17:48: und da bin ich halt direkt am ersten Tag schon mal viel mehr gefahren.

00:17:51: und dann habe ich mir gesagt ja okay alles was jetzt kommt ist quasi die Zugabe und wenn ich es wirklich in der Zeit in der Cutoff Time schaffen sollte ins Ziel dann ja ist es mega cool und ich habe ja nichts zu verlieren.

00:18:06: das ist mein erstes Rennen.

00:18:08: also

00:18:11: hast du dir vorher Irgendwie ist ein Marschhote zurechtgelegt.

00:18:16: Hast du irgendwie gesagt, ich möchte ... ... zweihundertfünfzig, zweihundertzwanzig Kilometer pro Tag schaffen?

00:18:21: Oder bist du einfach drauf losgefahren und hast geschaut, was passiert?

00:18:25: Ich bin einfach drauf losgefahren.

00:18:27: Also, ich dachte mir irgendwann mal so, ja, okay, irgendwie in vierzehn Tagen wäre irgendwie ganz schön.

00:18:34: Das war so eine Traumvorstellung.

00:18:36: Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Kilometer.

00:18:38: Ich glaube, zweihundertfünfzig am Tag wären das gewesen oder so.

00:18:42: oder minimal mehr, keine Ahnung.

00:18:44: Auf jeden Fall habe ich Carlotta da schon unterwegs getroffen an Tag zwei und wir haben ganz kurz geredet und sie meinte auch so, ja in vierzehn Tagen würde sie gerne ankommen.

00:18:56: Also hatten wir irgendwie das selbe Ziel und haben uns immer wieder getroffen und kam am Ende gleichzeitig ins Ziel.

00:19:03: Das hat nicht in vierzehn Tagen, aber es war egal dann.

00:19:07: Ja, vor allem im Balkan habe ich dann relativ schnell festgestellt, dass irgendein Kilometer Ziel einfach gar keinen Sinn macht, weil man irgendwie nur noch Fahrrad schiebt und nicht mehr Fahrrad fährt.

00:19:23: Ich und Zülps, wenn man fährt, man fährt mit einer ganz anderen Geschwindigkeit, weil heute die Strosen in Albanien anders sind als die Strosen in Österreich und Deutschland.

00:19:30: Ja.

00:19:32: Hast du eine Strafstrategie überlegt?

00:19:34: Wolltest du draußen schlafen?

00:19:36: Eine Strafstrategie

00:19:39: oder eine Schlafstrategie?

00:19:43: Aber ich glaube, du hast die Frage verstanden, nur schon langsam zu beantworten.

00:19:50: Ja, ich habe mir eine Schlafstrategie so halb zurechtgelegt.

00:19:54: Also ich habe schon geplant, draußen zu schlafen, wenn es möglich ist.

00:19:58: Aber ich wollte auch in den Hotels gehen.

00:20:00: Also quasi so ein Mix, damit ich auch immer wieder duschen kann.

00:20:04: Also es war nie mein Plan.

00:20:05: nur in Hotels zu sein oder nur draußen, sondern bestenfalls immer im Wechsel.

00:20:12: Du hast gesagt, du hast viel gelernt.

00:20:15: Wie viel Gepäck hast du dabei gehabt, dass du beim zweiten Mal nicht mehr dabei gehabt hast?

00:20:22: Vom Gepäck ging es.

00:20:24: Ich glaube, dass ich gar nicht so ultra viel reduziert habe.

00:20:28: Also, ich glaube, eine Regenhose oder so, die hatte ich beim zweiten Mal nicht mehr dabei.

00:20:32: Aber sonst hatte ich vom Gepäck her ziemlich Ähnlich dabei wie beim ersten Mal.

00:20:41: Also das war ganz gut.

00:20:45: Und hast du bei den Schlafpausen, also erste Frage, wie viele Stunden ungefähr, so pro Tag pro Nacht?

00:20:52: Und die zweite Frage, wenn du im Freien geschlafen hast oder generell so in Südosteuropa, du hört mir oft, dass das irgendwie so ein Punkt ist, wo viele sehr viel Respekt oder sogar ein bisschen Angst davor haben.

00:21:05: Vor allem, wenn du als Frau unterwegs bist, macht das vielleicht noch ein bisschen schwieriger.

00:21:09: Die Marie Moldenhauer hat so jetzt ja dann Bär getroffen, wie sie irgendwo im Freien geschlafen hat.

00:21:14: Diana Kesenheimer hat eine warme, unangenehme Begegnung gehabt in einem Hotel, wo der Rezeptionist sie belästigt hat.

00:21:20: Hast du in der Hinsicht irgendwie, warst du da komplett angstfrei vorher und hast du dir irgendwie unangenehme Erlebnisse gehabt?

00:21:27: Ähm,

00:21:29: ich hab... im Balkan und Südosteuropa eigentlich in Hotels oder drin geschlafen, weil ich da zu viel Respekt vor hatte, irgendwo draußen zu schlafen.

00:21:41: Also ich hab immer versucht, mir irgendwo drin was zu suchen.

00:21:46: Genau, oder in der Türkei war das, da war ich in einem Ort und hab dann Leute gefragt, ob ich da halt schlafen kann und die meinten, ja okay, das ist sicher, das geht.

00:21:56: Aber sonst hätte ich das nicht gemacht.

00:22:01: Und wie lange waren die Schloff-Pausen-Zielkör?

00:22:06: Ungefähr fünf Stunden, die erste noch ein bisschen länger und am Ende kürzer, weil ich ins Ziel kommen wollte, umzuschlafen.

00:22:13: Also das war ziemlich dumm.

00:22:21: Ja, der letzte Tag, der ist dann doch immer sehr, sehr lang und man wehnt sich schon viel früher im Ziel, als man dann tatsächlich ist.

00:22:30: Ja, der letzte Tag war Horror.

00:22:31: Also der hat kein Ende gefunden.

00:22:33: Und es war dann auch der übernächste Tag schon.

00:22:36: Also ich bin dann noch die ganze Nacht durchgefahren und kam irgendwann in der Morgendärmarung an.

00:22:43: Ich frage mich manchmal wirklich, ob man die Geschichte ist eigentlich immer die gleiche, dass man am Schluss das nicht mehr wirklich genießen kann unterwegs.

00:22:50: Also im Rennen hat man ganz oft schöne Phasen und Sachen, die wirklich genial sind und super schöne Erlebnisse zwischen all den Strapazen natürlich die Arbeit sind.

00:22:59: Aber am letzten Tag erzählt eigentlich fast niemand mehr von irgendwie genussvollen Radlvorn.

00:23:04: und du fragst mich, liegt das an unserer psychischen, weil man einfach Stress hat und sagt, ich will nicht mehr, ich mag nicht mehr, ich will endlich ins Zühl und dann führt die Aufmerksamkeit für die schönen Dinge, weil es kann doch nicht sein, dass es am letzten Tag keine schönen Erlebnisse mehr geben kann.

00:23:20: Ich glaube man sieht es einfach nicht mehr.

00:23:22: Tatsächlich war das dieses Jahr, also zwei fünfundzwanzig beim TCR, bei mir aber so, dass ich den letzten Tag doch noch mal genießen konnte.

00:23:30: Also der vorletzte Tag, der war schlimm, aber der letzte Tag, der ging eigentlich, weil ich wusste irgendwie, ja okay, ich komme jetzt nicht mitten in der Nacht an, ich komme abends oder später Nachmittag irgendwie zu einer ordentlichen Zeit an.

00:23:46: und auch diese Wanderpassagen durch dieses Wasser.

00:23:52: Am Ende, die, die Tümpel, ich fand das total witzig.

00:23:55: Also ich bin da durchgelaufen und ich musste es so über mich selbst lachen, dass ich jetzt einfach kurz vom Ziel durch dieses Wasser laufe.

00:24:05: Ja, das war mein Highlight.

00:24:08: Herrlich.

00:24:10: Ja, Strapsturstag sagt, dass den letzten Parkour genossen.

00:24:13: Bewusst.

00:24:15: Ja, weil ich halt schon so oft ein finnisch Parkour erlebt habe, der einfach ein komplettes Disaster war.

00:24:21: Und da war der dieses Mal Richtung Konstanz eigentlich echt okay, bis auf die Bauwasser gefützt, aber das war jetzt nicht so schlimm, wie es die letzten Jahre gewesen ist.

00:24:31: Aber von Genießen war ich natürlich weit weg.

00:24:33: Aber es war weniger, es war weniger Unquote-Business.

00:24:41: Du bist dann also... Wie lange hast du Sommerferien?

00:24:46: Du bist dann von Istanbul wieder zurück nach Hause gefahren mit dem Rad nach deinem Finish.

00:24:52: Ja, genau.

00:24:53: Also in sechs Wochen kann man relativ viel machen und dann bin ich halt nochmal zurück nach Hause gefahren.

00:25:02: Die gleiche Strecke, da hast du dann Affäre über die Adria genommen.

00:25:06: oder wie bist du das gefahren?

00:25:09: Ne, wir sind von Istanbul... Also mit Carlotta erst mal mit dem Bus bis Thessaloniki gefahren, weil diese Passage durch die Türkei und Griechenland, das war nicht ultralangweilig.

00:25:23: Deswegen haben wir gesagt, wir fahren jetzt erst mal bis nach Thessaloniki und sind dann dort gestartet und ja über Mazedonien am Oritsee entlang und dann auch ans Meer.

00:25:36: Also ganz andere Strecke.

00:25:40: Hast du die Kalota während dem Rennen kennen gelernt oder habt ihr euch schon vorher gekannt?

00:25:46: Nee, wir haben uns während dem Rennen an diesem zweiten Tag kennengelernt.

00:25:50: Also irgendwie, keine Ahnung, zwei Sätze ausgetauscht und dann immer mal wieder irgendwie beim Checkpoint oder auf der Fähre getroffen.

00:25:58: Ja, auf der Fähre hat sie mir noch eine totale Motivationsrede gehalten.

00:26:03: Von wegen, ja, du schaffst das und du bist so stark und keine Ahnung.

00:26:07: Und danach habe ich erst erfahren, wie jung sie ist.

00:26:10: Und dachte mir dann so, okay, das ist krass.

00:26:14: Also, ich hätte schon gedacht, dass sie jung ist, aber nicht so jung.

00:26:17: Ja.

00:26:19: Wie findest du total, es scheint, dass du so Freundschaften entstehen bei dem Rennen, nach dem Rennen und dass ihr dann gemeinsam nach Hause gefahren seid und irgendwie das spontan entschieden habt.

00:26:32: Es ist echt cool und ich muss sagen, für mich ist das von der Motivation ja ganz schwierig vorzustellen, dass man da noch mal sagt.

00:26:39: Ich habe wahrscheinlich ein paar Tage Pause gehabt oder ein bisschen erholt, aber du bist nicht voll erholt und du fährst einfach wieder ein paar Tausend Kilometer Retour.

00:26:48: Es ist schon echt irre.

00:26:50: Ja, ich glaube, wir waren eine Woche oder so in Istanbul und dann sind wir zurückgefahren.

00:26:56: Ja, der erste Tag, der war schon so, okay, jetzt wieder auf dem Fahrrad sitzen, das ist irgendwie hart.

00:27:03: Aber dann gewöhnt man sich ganz schnell noch mal dran.

00:27:06: Und ich fand, das war die entspannteste Bikepacking-Tour, die ich jemals gemacht habe.

00:27:12: Weil einfach dieser ganze Stress, den man vorher beim TCR hatte, der war halt komplett weg.

00:27:18: Und man konnte wirklich alles genießen.

00:27:22: Und jedes kleine Problem war halt kein Problem, weil während dem TCR hat man ganz andere Probleme gehabt.

00:27:30: Deswegen fand ich das eigentlich total cool und habe es dann letztes Jahr wieder gemacht.

00:27:38: Sehr.

00:27:39: Und ist auf dieser Heimfahrt die Idee entstanden im Zweierteam des Cross Spain oder wie genau hat das Rennen Kassen?

00:27:49: Ja, Race Across Spain.

00:27:51: Nee, das ist ganz anders entstanden, dass wir das gemeinsam fahren.

00:27:55: Also wir hatten eigentlich gar nicht geplant irgendwie noch mal einen Rennen gemeinsam zu fahren.

00:28:00: Carlotta hat mich letztes Jahr, als sie zum Atlas Mountain Race gefahren ist, ist sie bei mir vorbeigefahren als erste Etappe.

00:28:10: Und dann auf dem Rückweg vom Atlas Mountain Race nochmal.

00:28:15: Und da ist es erst entstanden, weil eigentlich wäre ich das Rennen mit Mohitz, meinem verstorbenen Partner, gemeinsam gefahren.

00:28:24: Und dann habe ich halt Carlotta erzählt, ja, das Rennen, das... Fahre ich jetzt niemals, das ist viel zu früh und alleine kann ich das sowieso nicht fahren.

00:28:32: Und dann meinte Carlotta direkt, ja, ich fahre das mit dir.

00:28:36: Und ja, so ist das entstanden.

00:28:41: Ja, du hast das jetzt eh schon angesprochen.

00:28:43: Wir haben, ihr habt die vorher auch gefragt, ob es okay ist, wenn wir das Thema quasi besprechen, weil du hast jetzt wirklich vor bald einem Jahr einen wirklich ganz, ganz schlimmen Verlust akzeptieren müssen.

00:28:58: Ja, ich habe deine Instagram-Beiträge mir wieder gelesen und ich finde es extrem inspirierend, wie du erstens, wie du schreibst generell, also du schreibst wirklich so wunderbar schöne Texte, machst nicht nur irgendwie so kurze Reels oder so oberflächlichen Content, das erfreut wirklich mein Herz, weil ich glaube Flo, du bist da jemand, der gern liest, oder?

00:29:18: Und nicht die Musikübermalung von Reels oder so.

00:29:23: Genau, ich lese auch, ich lese auch lieber alles.

00:29:27: höre und sehe, ja, das stimmt.

00:29:29: Ja, und du hast wirklich auch, wie das mit dem Mohit passiert ist, in Südamerika da immer wieder drüber geschrieben und bist sehr offen damit umgegangen und ich glaube, das ist ja, glaube ich, für viele Menschen vielleicht auch irgendwie Inspiration, weil es passiert halt leider immer wieder, dass man tragische Verluste hat und wie man dann damit umgeht, ist halt echt irgendwie, also wie du damit umgehst.

00:29:54: finde ich wirklich, wirklich erstaunlich und außergewöhnlich.

00:29:56: Und wie man da zum Beispiel nur zwei Zeilen außer kopiert von vielen schönen Texten, wo du geschrieben hast, I will keep going and leaving our dream for you, for us, because you believed in me and now I believe in me too.

00:30:14: Hashtag write for Mohit.

00:30:18: Also vielen, vielen Dank für das Feedback.

00:30:22: Bedeutet mir total viel.

00:30:23: und ja.

00:30:24: Also das Zitat, was du gerade am Ende vorgelesen hast, das ist der Grund, warum ich das weitermache.

00:30:32: Also so schlimm die Trauer ist, gleichzeitig ist das mein Antrieb.

00:30:38: Also ich versuche wirklich das, was wir gemeinsam begonnen haben, irgendwie weiterzuleben und quasi das für... uns gemeinsam vorzuführen.

00:30:50: Also mir tut es selbst total gut, dass ich weiterhin auf dem Fahrrad sitze und das für mich mache.

00:30:57: Und gleichzeitig weiß ich aber auch, dass ich das nicht nur für mich alleine mache, sondern dass er immer bei mir ist.

00:31:04: Und ja, das ist auch dieses Right for Moet bzw.

00:31:10: ja, wenn ich Auf meinem Fahrrad sitze ich, ich hab hinten immer so ein kleines Vanading dran.

00:31:16: Und das ist nicht nur Ride Formuids, sondern ist so ganz leicht noch bis unterlegt.

00:31:23: Also nicht nur für, sondern auch mit ihm.

00:31:27: Ja, und das ist quasi so mein Motto und mein ganz, ganz großer Antrieb.

00:31:37: Wie ist das so standegekommen, dass ihr euch gemeinsam als Paar für das Rennen angemeldet habt?

00:31:45: Habt ihr da keine Bedenken gehabt, dass das in einem Streit endet?

00:31:53: Ja, doch.

00:31:55: Also nicht unbedingt in einem Streit.

00:31:58: Also wir haben uns auch beim TCR-Wertesjahr, im Ziel kennengelernt.

00:32:02: Also ihn habe ich unterwegs nicht getroffen, sondern erst im Ziel.

00:32:06: Und dann meinte er irgendwann, ja, wir können ja das TCR als Pär fahren.

00:32:11: Und dann meinte ich so, nee.

00:32:13: Also, das ist viel zu lange.

00:32:16: Ich muss erst mal irgendwie was Kürzeres mit dir fahren.

00:32:20: Und dann waren tausend Kilometer für mich akzeptabel und dachte mir, ja, okay, das kann bestimmt ganz cool sein, wenn wir halt als Pär so ein kürzeres Rennen gemeinsam fahren.

00:32:32: und dann vielleicht ein paar Jahren TCRs per, aber nicht direkt.

00:32:41: Er ist dann leider dörtlich verunglückt in Südamerika auch auf dem Fahrrad.

00:32:49: Ja, genau.

00:32:49: Also erst letztes Jahr, genau letztes Jahr auf den Tag, hat er seinen Weltrekord versucht durch Südamerika gestartet und wollte einmal von Nord nach Süd.

00:33:03: schnellstmöglich den Kontinent durchqueren und er kam leider nur bis zur Hälfte bis nach Chile und wurde dort in der Atacama-Müste am hellesten Tag von hinten von einem Auto erfasst.

00:33:19: Also er hatte keinerlei Chance und der Autofahrer hat ihn auf einer ganz geraden Strecke einfach nicht gesehen und überfahren.

00:33:34: Ja, es ist ganz, ganz eine traurige Nachricht gewesen.

00:33:40: In der Transcontinental Community ist das dann auch verbreitet worden, die Neuigkeiten.

00:33:44: Und das war ziemlich ein Schock für alle, die ihn nicht persönlich kennt, sondern einfach die, die gewusst haben wäre und was er macht.

00:33:53: Ja, sehr, sehr traurig.

00:33:58: Und du hast dann aber nach einer gewissen Zeit gesagt, oder auch vielleicht mit Zuspruch von der Kalota, dass du quasi jetzt nicht zum Radelforn aufhörst oder irgendwie alles in Frage stößt und sagst, hey, Radelforn ist zu gefährlich und du hast überhaupt keinen Bock mehr, sondern du hast dann quasi mit der Kalota gemeinsam gesagt, okay, jetzt fährst du mit ihr durch Spanien.

00:34:22: Ja, genau.

00:34:23: Also für mich war direkt klar, also du hast ja gerade schon den Post vom CCR angesprochen, als dieser Post kam und ich gesehen habe, dass sie ihn irgendwie an der Startlinie, dass sie dann eine Gedenkminute einlegen wollen.

00:34:40: Dachte ich so, ja okay, ich bin angemeldet, er war auch angemeldet.

00:34:45: Und das ist so ein großes Rennen und er bekommt irgendwie eine Gedenkminute.

00:34:51: Ich will dabei sein.

00:34:53: Und in dem Moment war für mich klar, ich will das Rennen fahren.

00:34:57: Ich wusste absolut nicht, wie, weil ich ja noch krass im Schock war und habe aber irgendwo im Hinterkopf schon für mich geplant, ich fahre das Rennen, egal wie ich sitze bis dahin auf dem Fahrrad.

00:35:13: Ja und dann bin ich Carlotta unendlich dankbar, dass sie jetzt gesagt hat, komm wir fahren dieses erste Rennen zusammen, weil ich so dann wirklich wieder zurück aufs Rad kam und ja auch wieder in diesen Rennen drin war.

00:35:33: Und wusste, okay, auch obwohl ich jetzt irgendwie drei Monate überhaupt nicht auf dem Fahrrad saß und nichts trainiert habe, ich habe es trotzdem noch tausend Kilometer zu fahren.

00:35:43: Also habe ich jetzt ab Mitte Ende April auch noch irgendwie zweieinhalb Monate Zeit, mich aufs TCR vorzubereiten und habe die Zeit genutzt und wollte dort dann So gut es irgendwie geht am Start stehen und das bestmögliche da rausholen, was ich halt irgendwie kann.

00:36:04: Und vor allem halt das Ganze für Mohit machen.

00:36:08: Und er hat immer an mich geglaubt.

00:36:11: Und deshalb dachte ich, okay, das klappt jetzt.

00:36:15: Ich schaffe das und ich mache das für ihn für uns.

00:36:19: Genau.

00:36:21: Ja, also diese Gedenkminute beim Riders Briefing.

00:36:26: Also die war wirklich sehr bewegend, da bin ich jetzt noch ganz erhaltbar, wenn ich daran denke.

00:36:32: Wie war das für dich?

00:36:33: Hat dir das die Kraft geben, die du dir erhofft hast davon oder war es vielleicht ein bisschen zu viel mit den vielen Menschen, die da direkt dabei waren dann?

00:36:45: Ja, also damit war ich erst mal überfordert.

00:36:47: Ich fand es super, super schön, dass diese Gedenken-Minute wirklich dort gefunden hat und dass Andrew so schöne Worte gefunden hat und ja auch noch mal gesagt hat, wer Mojit ist.

00:37:00: Ja, dann hat er mich ja adressiert und in dem Moment war das alles zu viel.

00:37:09: Aber gleichzeitig auch super, super schön.

00:37:11: Also ich glaube, es hat mir auch super viel Kraft gegeben und dann ja irgendwie zur Startlinie zu fahren.

00:37:20: Das war so ein krasser Moment für mich, das ich so dachte, ja okay, also vor fünf Monaten, ich hätte niemals gedacht, dass ich jetzt wirklich hier stehe, aber ich stehe hier und ich fahre jetzt das TCR.

00:37:33: Ja und dann, ich glaube noch fünf Kilometer, also start raus und dann als die Straße das erste Mal so ein bisschen breiter wurde, sind auch die ersten Tränen gekullert.

00:37:42: weil das einfach emotional so überwältigend für mich war, dass ich das wirklich geschafft habe, da zu stehen.

00:37:50: Und ich glaube, das war der allergrößte Erfolg für mich beim TCR-Azwei-Fünfundzwanzig.

00:37:58: Also es muss ein unglaublich starke Emotionen sein, die du gerade beschrieben hast.

00:38:04: Und ich glaube, jetzt mit deiner Vorgeschichte, mit eurer Vorgeschichte natürlich gar nicht speziell, aber es ist glaube ich für jeden, auf eine individuelle Art und Weise oder auf seine eigene Art und Weise immer ganz speziell, wenn man endlich am Start steht, weil man einfach nochmal im Kopf hat, was die letzten Monate alles passiert ist.

00:38:25: Wie viel man investiert hat, wie viel man trainiert hat, wie viel man sich vorbereitet hat, wie viel Zeit man da einigsteckt hat, wie viele Emotionen da auch in der Vorbereitung.

00:38:34: Und da empfohlen natürlich noch Verstärktingen, die mitgespielt haben.

00:38:37: Und jetzt ist eigentlich der Moment da, wo quasi so ganz viel von dem Vorbereitung-Stress abfallen.

00:38:41: Und plötzlich, man kann uns fast nicht glauben, dass man dann echt unterwegs ist und eigentlich nur mehr Radl fahren muss und essen und das Leben genießen und Anführungszeichen oder das Radlfahren genießen.

00:38:54: Ja, also für mich war das einfach... Krass, da zu sein.

00:39:00: Aber ja, so wie du sagst, im Jahr vorher war das auch so.

00:39:05: Also, wenn es dann endlich losgeht, das ist einfach so ein krasses Gefühl.

00:39:09: Ja, aber dieses Jahr war es nochmal um einiges potenziert, weil die Situation halt einfach eine ganz andere war.

00:39:17: Und jetzt, bevor wir jetzt nochmal beim DCR vielleicht noch ein bisschen weiter plaudern, sind wir fast ein bisschen zu wenig zu dem, ich sage jetzt mal, Vorbereitung.

00:39:28: Bikepacking-Event gekommen, wo du mit der Colorado Town in Spanien unterwegs bist.

00:39:32: Das nennt sich ja Race Across Series.

00:39:36: Und ich muss ehrlich sagen, ich beschäftige mich so viel mit dem ganzen Thema und die Race Across Series, wo ich noch nicht ganz verstanden werde, gibt es in ganz vielen Ländern.

00:39:44: Hat aber jetzt nichts zu tun mit Race Across Italy, Race Across Austria, Race Across America.

00:39:49: Das ist irgendwie von Race Across France ausgehend aus Frankreich und gibt es jetzt in ein paar Ländern mehr oder es werden immer mehr.

00:39:57: Ja, genau.

00:39:59: Also es ist von Franzosen und es ist eigentlich ein französisches Event.

00:40:05: Also auch das Briefing, obwohl das Rennen in Spanien war, war auf Französisch.

00:40:12: Es haben auch nur Franzosen mitgemacht.

00:40:14: Also ganz, ganz wenige.

00:40:18: Ja, nicht Franzosen.

00:40:19: Ja, da bin ich das

00:40:19: Klischee, gell?

00:40:21: Wenn man mit Franzosen, was es organisiert, dann wird Französisch gesprochen, egal woher man kommt.

00:40:25: Hat

00:40:25: nicht der Victor Bosoni gewonnen, sogar?

00:40:29: Oder war das ein anderes?

00:40:30: Nee, das

00:40:31: war ein anderes.

00:40:32: Also das war, glaube ich, auch ein Rennen in Spanien, aber Desserts oder sowas.

00:40:37: Also das war auf jeden Fall

00:40:39: ein anderes.

00:40:39: Aber es ist sogar eine ähnliche Strecke, oder?

00:40:41: Ja, aber Nicola hat gewonnen.

00:40:47: Ja, jetzt.

00:40:49: Gerade letzte Woche haben wir gerade über die vielen Rennen, die es gibt und die ganzen Veranstaltungen, dass es immer schwieriger wird, den Überblick zu behalten.

00:40:55: Jetzt stehen wir gerade wieder da vor, mit großen Fragezeichen.

00:40:59: Aber ich

00:40:59: habe das Racy-Gross Belgium oder ist auch von den gleichen?

00:41:03: Kann gut sein, ja.

00:41:04: Und dann gibt es noch Racy-Gross Paris oder so, was irgendwie so gar keinen Sinn macht, weil es ist nur eine Stadt.

00:41:11: Ja, also es gibt ganz, ganz viele.

00:41:13: Keine Laute.

00:41:13: Und ich habe immer so ein bisschen dieses Familie, was eigentlich so ein Ultra-Rennen hat, das haben wir total vermisst.

00:41:21: Also, ja, ich würde das jetzt nicht unbedingt noch mal fahren.

00:41:26: Also, an sich die Landschaft und so, das war alles super cool und vor allem mit Carlotta das Rennen-Rennen total viel Spaß gemacht.

00:41:33: Aber es ist eher so was kommerzielles.

00:41:38: Wie war die Strecke dann?

00:41:39: Also, wo war der Start?

00:41:42: Der Start war in Santander und dann ging es einmal bis nach Valencia, also so im Osten von Nord nach Süd.

00:41:54: Und ungefähr tausend Kilometer?

00:41:57: Ja, genau.

00:41:59: Jetzt muss man nochmal helfen, ist die Kalota vom Unknown Race zu diesem Start oder von diesem Finish zum Unknown Race?

00:42:08: Weil ich kann mir erinnern, dass sie jedenfalls beim Unknown Race im... Sehr, sehr spät angereist kurz vor dem Start und dann noch gleich wieder weiter.

00:42:18: Jetzt weiß ich nicht, ist sie...

00:42:21: Nee, vom Unknown Race ist sie nach Spanien.

00:42:24: Also sie ist mit dem Fahrrad von Deutschland zum Unknown Race, ist das gefahren und dann sah sie zuweilen siebzig Stunden oder so im Bus und kam bei mir in Spanien dann an und ist dann ein Tag später das Rennen gestartet.

00:42:41: Also ihre Erholung war die Busfahrt.

00:42:47: Aber sie war in Marokko schon mit dem Radl oder beim Atlas Mountain Race und das ist irgendwie alles immer in einer großen Tour verbunden, habe ich den Eindruck.

00:42:55: Genau, also nach Marokko ist sie mit dem Fahrrad gefahren, dann ist sie das Atlas Mountain Race gefahren, dann mit dem Fahrrad zurückgefahren, dann war sie irgendwie ein paar Wochen zu Hause und dann wieder mit dem Fahrrad nach Italien.

00:43:08: Von Spanien ist sie wieder mit dem Bus zurückgefahren, weil sie dann ein paar Wochen später ihre ganz große Tour zum Hellenic on Silk Road gemacht hat.

00:43:20: Ja, unglaublich.

00:43:21: Okay, aber das Rennen in Spanien war jetzt nicht so das große Highlight für euch.

00:43:26: Dann können wir es eigentlich dabei belassen, oder?

00:43:29: Ja, also persönlich war es schon ein totales Highlight.

00:43:32: Also es hat ultra viel Spaß gemacht, mit Carlotta zu fahren.

00:43:35: Und ich glaube, durch Carlotta habe ich auch gelernt, wie man wirklich effizient ist, weil, ja, Anhalten war nicht.

00:43:43: Also das wurde mir quasi verboten.

00:43:46: Ab und zu bin ich dann mal kurz schneller gefahren, damit ich ganz kurz meine Flasche auffüllen konnte, ohne irgendwie noch auf dem Fahrrad zu sitzen.

00:43:55: Ja.

00:43:56: Aber ich habe viel gelernt von Carlotta.

00:44:02: Und hast du es dann beim TCR schon wieder umsetzen können, also nach dem sehr emotionalen Start.

00:44:10: Wie viel Zeit hast du diesmal verwenden können für die Routenplanung und wie zufrieden bist du im Nachhinein mit deiner Route?

00:44:19: deutlich mehr Zeit.

00:44:20: Also ich habe es nicht zusammengerechnet, wie viel Zeit ich wirklich verwendet habe, aber ich habe mich direkt mit Bandroads befasst und habe richtig viel Zeit investiert, hatte auch ab und zu so mehrere Alternativen, die ich fahren will oder könnte und habe dann quasi während des Rennens mich entschieden beziehungsweise ich hatte schon immer so ein Favorit.

00:44:46: Dabei bin ich auch geblieben.

00:44:50: Aber es kann ja immer irgendwie alles passieren.

00:44:53: Und ja, so alles in allem war meine Routenplanung viel, viel besser als im Jahr davor.

00:45:07: Wie ist das sonst gegangen im Vergleich zum Jahr davor?

00:45:10: Hast du weniger geschlafen, mehr geschlafen, anders geschlafen?

00:45:16: Hast du noch draußen geschlafen oder hast du... Alles in Hotels verbraucht.

00:45:23: Also von der Schlafstrategie an sich war immer noch so wie im Jahr davor, dass ich im Wechsel draußen und tot hell schlafen wollte.

00:45:32: Das hat die ersten Tage auch super gut geklappt.

00:45:35: Und von der Dauer dachte ich mir, okay, eine Stunde weniger, das passt.

00:45:44: Und ich wollte an sich, mein allergrößtes Ziel war, viel effizienter zu sein, weil im letzten Jahr, also im Jahr zwei vierundzwanzig, war ich so ineffizient.

00:45:56: Ja, das kann man fast nicht in Worte fassen.

00:46:00: Also ich saß immer ganz gemütlich vor dem Supermarkt und hab mein Zeug gegessen.

00:46:05: Und dieses Jahr war mein Ziel, wirklich siebzehn Stunden am Tag auf dem Falker zu sitzen.

00:46:12: vier Stunden schlafen und dann halt irgendwie noch halbe Stunde vorschlafen, halbe Stunde danach und irgendwie zwei Stunden am Tag.

00:46:20: Bleibt dann noch übrig.

00:46:22: Und das hat auch eigentlich... Ja, aber es ging erstaunlich gut.

00:46:32: Es gab Tage, da hat man die echt so schnell verblämmert, aber andere Tage waren dann okay.

00:46:39: Und alles in allem hat das eigentlich von der Strategie ganz gut geklappt.

00:46:45: Es ist total oft, dass man genau so ähnlich die Erkenntnisse hört, wenn jemand zum zweiten Messe was macht, dass man beim ersten Mal einfach im Sitzen ist, dass man irgendwo auf der Gestärkante sitzt und gebütlich ja ausnimmt und trinkt und dann weiterfährt.

00:47:02: Und ganz oft kommt es dann so beim zweiten Mal.

00:47:05: Realisiert man, kommt man drauf, dass man eigentlich während dem Radlfahren essen kann und trinken kann?

00:47:10: Ja.

00:47:13: Also, wer uns jetzt zuhört und wer es ein bisschen schneller machen möchte im Makan, während dem Radlfahren essen und trinken?

00:47:19: Puss,

00:47:19: aber nicht.

00:47:21: Es ist nicht verpflichtend, aber es ist möglich.

00:47:23: Makan auch während dem Radlfahren telefonieren, auf ruhigeren Straßen Nachrichten schreiben.

00:47:31: Man kann sich auch die Regenjacke an und ausziehen während der Fahrt.

00:47:35: Man kann auch Zähne putzen?

00:47:37: Ja, das sind so die Pro-Tipps von uns jetzt.

00:47:43: Aber ich muss ehrlich sagen, ganz ernst gemeint, mit dem Handy ist schon zum Aufpassen wirklich... Also ernster Typ und ich mach das immer so, nur wenn es bergauf geht und wenn man sehr langsam ist, aber in der Ebene, wenn du mit dem Fünferzeichen das Dreißgematter hinfasst, würde ich nicht aufs Handy schauen, weil ein Schlagloch oder ein Stahn übersieht mir sehr schnell.

00:48:06: Und dann ist entweder das Handy am Boden gefallen oder das Radeln mit dem Körper.

00:48:11: Und das ist irgendwo zwischen unangenehm und sehr unangenehm.

00:48:18: Wie hat dir die Strecke?

00:48:23: Gedaukt im Vergleich zu Vierundzwanzig, also wie du die Anken mal ertausst, hast du dir gedacht, boah, das ist ja richtig coole Strecke, oder warst du eher auch skeptisch wegen der langen Fähre?

00:48:34: Ja, also die Fähre war eigentlich der Grund, warum ich mich nicht anmelden wollte.

00:48:40: Also, als die Strecke rauskam, ja, saßen Mut und ich da und da meinte ich so, nee, also dieses Rennen ist ja total bescheuert.

00:48:48: Warum soll ich da jetzt fahren?

00:48:49: Also, die Fähre macht gar keinen Sinn.

00:48:53: Und er meinte dann, ja, nee, Quatsch, das ist gar kein Problem.

00:48:57: Die fährt mehrmals täglich.

00:48:59: Wir melden uns da an.

00:49:02: Ja, ich war zu dem Zeitpunkt schon der Meinung, dass sie wahrscheinlich irgendwie zweimal am Tag fährt.

00:49:07: Und er hat mich aber überzeugt, dass sie mehrmals fährt.

00:49:10: Ja, und am Ende konnte ich leider nicht mehr mit ihm ausdiskutieren, dass ich recht hatte.

00:49:16: Aber gut, dann war ich angemeldet und dachte mir so, ja, okay, schauen wir mal, was da so... Kommt.

00:49:24: Jetzt haben wir eigentlich von deinem emotionalen Start ein bisschen abgetrifftet.

00:49:29: Wie waren dann so die ersten Tage, also nachdem du das verdaut hast und das genießen hast können, dass du am Start stehen kannst?

00:49:39: Wie waren dann die ersten Tage, wenn man so ein bisschen in den Rennfloh reinkommt?

00:49:45: Also vor allem der erste Tag war richtig gut.

00:49:51: dachte niemals, dass ich am ersten Tag schon so weit fahren kann und so weit komme.

00:49:57: Direkt nach dem Start habe ich auch total viel Zuspruch von anderen Fahrerinnen bekommen, die an mir vorbeigefahren sind, die ja halt an meinem Fahrrad dieses Schild gesehen haben und dann vom Briefing wussten, wer ich bin.

00:50:15: Viele haben dann auch kurz ihre Geschichte, die sie, oder wie sie Mohitz kannten, mit mir geteilt.

00:50:24: Das hat mir in dem Moment total viel Kraft auch nochmal gegeben und ich habe gemerkt, ja, also ich fahr das sowieso nicht alleine, weil Mohitz ist bei mir und aber irgendwie alle anderen, die gerade bei diesem Rennen dabei sind, sind auch bei mir und fahren irgendwie mit mir mit.

00:50:42: Das fand ich total schön.

00:50:43: Es hat mir total viel Kraft gegeben und ja.

00:50:48: Dann hat auch, glaube ich, der erste Tag so gut geklappt.

00:50:53: Und es lief alles ziemlich nach Plan bis zu den Alpen.

00:51:00: Was ist in den Alpen passiert?

00:51:03: Wo es wurde umgeplant?

00:51:05: Ja, meine Schaltung hat den Geist aufgegeben und ich dachte zuerst, dass einfach der Schaltzug gerissen ist.

00:51:12: Aber mein Komplett des Schaltwerk hinten war ... ja.

00:51:16: irgendwie im Eimer.

00:51:18: Also ich wollte Schaltzug wechseln, aber das ging nicht, weil er war nicht gerissen und ich konnte aber einfach nicht mehr schalten.

00:51:26: Weil sich dieses kleine Rad vom Schaltwerk mit dem größten Ritzel verhakt hat und dadurch hat sich der Schaltzug gelockert.

00:51:36: Das habe ich in dem Moment aber nicht verstanden, dass das so war.

00:51:40: Und ja, es ging los.

00:51:42: bei der Umfahrung von der N- Also irgendwo kurz hinter gab, war das.

00:51:51: und dann dachte ich so, ja okay, also ich hab jetzt kein Schaltwerk dabei, ich kann das nicht selbst reparieren, ich muss jetzt in der Fahrradwerkstatt.

00:51:59: Dann habe ich erstmal ja irgendwie verschiedene Fahrradwerkstätze angerufen und die meinen alle ja, nee wir haben keine Zeit.

00:52:09: Und dann ist für mich...

00:52:11: Dafür kurz Zwischenhaken, wenn das passiert, bleibt einfach das Schaltwerk auf dem Gang stehen, wo es jetzt gerade ist, oder zieht es durch die Feder auf das kleinste Ritzel und Ostern in schwersten Gangfinnen, den du fahren kannst?

00:52:24: Ja, wenn ich nichts gemacht hätte, dann wäre es so stehen geblieben, dann wäre es okay gewesen, weil dann wäre es das größte Ritzel gewesen und der kleinste Gang, also der leichteste, aber ich habe halt dran rumgespielt und dann war es das kleinste Ritzel und damit der schwerste Gang.

00:52:40: Und da ist bei dir eine Passage, wo es riecht, auf und ab geht.

00:52:44: Genau.

00:52:44: Das heißt, du hast nicht alles vorankennen natürlich, oder?

00:52:47: Nee, also ich habe dann überlegt, ob ich halt irgendwie zurück nach Gap fahre, aber dann dachte ich so, ja nee, das macht jetzt irgendwie auch keinen Sinn, vor allem wenn die Radläden sagen, ja sie haben keine Zeit für mich, ich versuche jetzt irgendwie weiterzufahren bis nach... weil dort gab es auch einen Radladen.

00:53:06: Aber das waren halt irgendwie achtundzwanzig Kilometer und ja, sechshundert Höhenmeter und richtig steile Passagen.

00:53:15: Im ersten Moment hatte ich super viel Adrenalin und voll die neue Motivation, dass ich das jetzt schaffe.

00:53:22: Ja, okay, bei über zehn Prozent war das dann auch schnell vorbei und ich habe mein Fahrrad geschoben.

00:53:30: Irgendwann habe ich dann festgestellt, ja wenn ich am Schaltzug ziehe, Ich kann ihn irgendwie noch mal so ziehen, dass ich wenigstens so auf einem mittleren Ritzel bin.

00:53:41: Und dann konnte ich ein bisschen mehr fahren.

00:53:43: Aber trotzdem habe ich noch nicht verstanden, was mit diesem Schaltwerk jetzt kaputt ist.

00:53:48: Das ist am Schaltseil ziehen.

00:53:51: Ich kann mir riechen, bei mir war das ganz früher so, wo die Schaltseile außen waren.

00:53:56: Da hast du wirklich irgendwie am Unterrohr mit der Haunt ein bisschen ziehen können.

00:54:01: Und dann hast du hinten das Scholdwerk bewegt.

00:54:02: Bei den Rahmen, die da nachkommen sind, wo er das schon in den Tieren verlegt, du hast niemals mehr einen Zugriff gehabt.

00:54:08: Wie hast du da am Schaltseil gezogen?

00:54:11: Ja, ganz hinten ist es ja nochmal im Schaltwerk.

00:54:14: Das ist nett, wie jetzt ein paar Zentimeter.

00:54:15: Ja, genau.

00:54:16: Dort dann irgendwie, aber ja, ohne Zange und so ist das halt auch schwierig.

00:54:22: Aber es ging immerhin auf ein mittleres Ritze.

00:54:26: Dort ist es dann stehen blieben.

00:54:27: Ja, genau.

00:54:28: Und dann konnte ich auch relativ viel fahren.

00:54:31: Dann waren noch nicht mehr ganz so steile Passagen.

00:54:33: Und irgendwie habe ich dann bis am Brenner zum Radladen geschafft.

00:54:36: Und die haben mir das dann noch mal ordentlich angestellt.

00:54:39: Und ja, hat noch mal keine Zeit irgendwie das Schaltwerk komplett auszutauschen, weil das war eigentlich mein Ziel dann.

00:54:48: Und das habe ich dann in Italien machen lassen, weil ich mir dachte, okay, durch einen Balkan fahre ich jetzt nicht mit so einem halb kaputten Schaltwerk.

00:54:57: Ja, und die haben das auch super schnell gewechselt.

00:55:00: Also das war okay.

00:55:02: Würdest du sagen, aufgrund dieser Geschichte, wenn man relativ oft hört, mechanische Schaltung ist, besuchen Veranstaltungen, besuchen Touren besser, weil das kannst du überreprieren oder teilweise bei dir, was jetzt vielleicht unglücklich, welcher Schaden da jetzt genau passiert, Teilweise kann man es selbst reparieren.

00:55:20: Und die elektronischen, die DI-Tour oder die elektronische SRAM E-Tab, wenn da was kaputt wird, hast du da richtiges Problem.

00:55:27: Vor allem wenn es nicht gerade lagend irgendwo den Ersatzteil gibt.

00:55:32: Oder würdest du jetzt vielleicht sagen, es kann die Mechanische genauso kaputt werden und du hast da keine Garantie.

00:55:39: Ja, eher das Zweite.

00:55:40: Also, Mechanische kann genauso kaputt gehen und ich glaube, ich würde eher auf DL Tour oder andere elektronische Umsteigen.

00:55:52: Also stand jetzt, ja.

00:55:56: Zumindest ist es daumen in Italien nochmal richtig gut repariert worden oder sogar ganz austauscht worden.

00:56:02: Ja, genau.

00:56:02: Also einmal komplett ausgetauscht.

00:56:04: Die haben das von einem anderen Fahrrad abgemacht und mir ein komplett neues Schalt weggegeben und dann dachte ich ja okay, damit komme ich jetzt auch durch Bulgarien und Rumänien.

00:56:16: Das war aber nur eine Sicherheitsmaßnahme, weil... Also es hat funktioniert bis zu dem Zeitpunkt dann.

00:56:24: Ja, also es hat sich immer wieder verstellt.

00:56:27: und ja der größte Fehler habe ich eigentlich schon vor dem Start gemacht, weil ich habe eigentlich mein Fahrrad ja einmal Vordermann bringen lassen und komplett alle Teile austauschen lassen und die meinten dann ja also das... schaltet jetzt nicht so hundert prozent sauber.

00:56:48: ab und zu muss man irgendwie zweimal drücken aber das ist kein problem.

00:56:52: und dann meinte ich so ja okay ich fahre jetzt halt fünf tausend kilometer mit einem rennen durch europa und er meinte dann ja ja das das passt schon.

00:57:04: ja das wäre für mich das alarm.

00:57:06: oder hätte das alarm signal sein sollen das ganze einfach schon vom start aus zu tauschen?

00:57:12: weil eigentlich Ab fünfhundert Kilometer nach dem Start hatte ich Probleme.

00:57:16: Also es war einfach dumm.

00:57:20: Im Nachhinein ist man oft gescheiter.

00:57:24: Ich meine, es hätte auch halten können und du hast wahrscheinlich vor dem Rennen noch ein paar andere Dinge zu tun gehabt und du bist nicht irgendwie gelangenweite rumgesessen und hast Zeit gehabt für alles.

00:57:33: Aber natürlich, wenn man schon so ein Signal hat, ist Austauschenssicher eine gute Idee.

00:57:38: Ja, das Problem war, dass ich halt wirklich keine Zeit mehr hatte.

00:57:41: Was

00:57:42: ist das?

00:57:44: Also wie wir in Santiago gewesen sind, Flo, und es war in dem Radl-Geschäft in Santiago, da sind einfach alle, die gefühlt alle, oder jeder zweite, der irgendwie beim TCR oder die beim TCR mitgefahren ist, ist du dem Radl-Geschäft gestanden.

00:57:57: Da waren verbogene Scheutaugen, abgrissene Schrauben, da war alles dabei.

00:58:05: Aber du, es tut offensichtlich nicht.

00:58:07: Nee, weil ich erst einen Tag vor Rennstart ankam, weil ich ja noch bis ... ja.

00:58:15: quasi zwei Tage davor arbeiten musste, weil dann haben erst meine Sommerfällen begonnen und dann, ja, hatte ich nicht mehr so viel Zeit.

00:58:22: Aber Carlotta und ich waren gemeinsam in Spanien vor Rennstart beim Fahrradraden und unser Fahr, also beide Fahrräder waren eigentlich nicht mehr fahrbar.

00:58:34: Also da ging gar nichts mehr.

00:58:37: Weder bei meinem Fahrrad noch bei Carlotta's Fahrrad.

00:58:40: Ja, und am Abend vorm Start hat es einen Radhändler in Santander unsere Fahrräder nochmal vornam angebracht, so dass wir das Rennen fahren konnten.

00:58:52: Wie ist dann weitergegangen mit dem neuen Schaltwerk?

00:58:55: Also du warst dann schon in Italien.

00:58:58: Wie ist durch Italien gegangen?

00:58:59: und dann hast du die geplante Fähre erwischt, hast du warten müssen am Tag auf die nächste Fähre.

00:59:09: Nee, ich habe die geplante Fähre erwischt.

00:59:13: Also ich habe beim Checkpoint in Italien, da habe ich mir Gedanken gemacht, was für eine Fähre ich bekommen könnte und bin dann auf die Mittagsfähre, keine Ahnung an was für einen Tag, gegangen.

00:59:29: und das hat dann auch gut geklappt.

00:59:31: und irgendwann dachte ich, ja okay, ich habe irgendwie total viel Zeit.

00:59:36: bis zur Fähre.

00:59:37: am letzten Tag, weil ich die ja die Mittagsfähre wollte ich nehmen und ich war nur noch hundertvierzig Kilometer von der Fähre entfernt oder so oder weniger sogar und dachte mir ja okay ich stehe halt früh auf und schaffe das aber easy, gehe dann noch meine Klamotten waschen und hab total viel Zeit und bin ganz entspannt auf der Fähre.

01:00:02: Ja, nee.

01:00:03: Also ihr habt ja auch schon berichtet, dass diese Strecke bis zur Fähre einfach schrecklich war.

01:00:10: Also ja, als ich meinen Podcast gehört hab und das gehört hab, dachte ich so, ah, okay, war nicht die einzige.

01:00:17: Ich fand den Teil auch am allerschlimmsten.

01:00:21: Also der Tag oder der Morgen bis zur Fähre war einfach nur Horror.

01:00:27: Also diese Straßenverhältnisse und dann irgendwie hat das kein Ende genommen und der Verkehr.

01:00:33: Und dann war ich irgendwann noch in so einem Mini Café und wollte einfach nur ein Wasser kaufen.

01:00:38: Dann war da irgendwie noch so ein Mann, der mich total belästigt hat und das hat mir den Rest gegeben.

01:00:45: Ich konnte einfach nicht mehr.

01:00:46: Ich war so froh, als ich endlich an der Fähre war.

01:00:51: Und ich fand das total stressig.

01:00:52: Also, das war überhaupt gar keine Erholung.

01:00:54: Das hat mich so gestresst, diese ganze Fährfahrt.

01:00:58: Das war schön, dass man da mal schlafen konnte.

01:01:00: Aber auch von der Fähre runter.

01:01:02: Boah, nee.

01:01:04: Also, ganz schlimm.

01:01:07: Hast du den Hafen in Bari von der richtigen Seite angefahren oder hast du es so gemacht wie fast alle?

01:01:12: Irgendwie falsche Seite, dann ihm hoffen wir zurück.

01:01:15: Irgendwie zum Diggitscheiter.

01:01:18: Nee, ich bin von der richtigen Seite reingefahren, weil ich aber... Als ich meine Klamotten gewaschen habe, also das habe ich tatsächlich noch gemacht, aber eigentlich hatte ich gar keine Zeit mehr dafür und saß dann da und dann so eine Waschmaschine in so einem Waschsalon, die braucht einfach dann auch viel länger als die Zeit, die da steht.

01:01:38: Und in der Zeit habe ich dann nochmal geguggelt, wie man in diesen Hafen kommt und dann bin ich direkt zurückgefahren und war die letzte auf der Fähre.

01:01:51: Und was dann?

01:01:52: ... Dafür die erste wieder runter von der Fähre.

01:01:54: oder bist du wie viele im Stau gestanden dann?

01:01:57: Ja ich stand dann im Stau.

01:01:59: Also ich dachte, ich bin keine Ahnung, eine Stunde später als alle anderen von der Fähre und dass ich jetzt dann schon so viel wieder verloren habe und jeder schon wahrscheinlich an dem nächsten Checkpoint ist oder zumindest mein Parkour und ich immer noch da irgendwo im Hafen rumhänge und immer noch nicht losgefahren bin.

01:02:19: Ganz so schlimm war es nicht.

01:02:21: Also, ich hab viele dann auch noch direkt nach dem Hafen gesehen.

01:02:25: Nee, war einfach nur schrecklich.

01:02:30: Flo, was hast du gemacht, wie du von der Fähre ausgestiegen bist, dass da irgendeine kleine Wunde verurzten müssen, oder?

01:02:36: Genau.

01:02:36: Was das lang braucht.

01:02:37: Ja, weil ich hab die Pinzette nicht mit gehabt im Zimmer.

01:02:41: Das wollte ich eigentlich im Zimmer machen und dann bin ich da im Hafen.

01:02:44: Nachdem ich schon der letzte war, der Rumpel von der Fähre, dann hab ich mich noch hingesetzt und hab meine Fußsohle verarztet mit der Pinzette.

01:02:52: Ja.

01:02:54: Also, wie ich reingefahren bin in den Parkour, sind wir schon die ersten in den Gegenkommeln.

01:02:59: Oh, okay.

01:03:00: Nee, so schlimm war es bei mir nicht.

01:03:04: Gut, dass wir geredet haben.

01:03:07: Bis jetzt so verkaupt, du warst die Langsamste.

01:03:10: Nee, ich habe dann relativ schnell festgestellt, dass ich wahrscheinlich gar nicht so langsam war, weil nach dem Hafen ich dann auch direkt nochmal Leute gesehen habe, aber ja, also irgendwie so der erste Gedanke war einfach, oh Gott.

01:03:24: Wie war die Südost-Europa-Erfahrung dieses Mal im Vergleich zum letzten Jahr ähnlich?

01:03:29: Ja, die Hunde haben gefehlt.

01:03:30: Schon, oder?

01:03:31: Ja.

01:03:34: Ich war aber dankbar, dass die Hunde gefehlt haben.

01:03:37: In Bulgarien gab es immer mal so vereinzelt, so ein paar Hunde.

01:03:40: Und die kamen auch immer im richtigen Moment, weil da ... Das war halt irgendwann in der Nacht und dann haben die mich mal kurz angemeldet und ich war wieder wach.

01:03:49: Aber sonst waren die ziemlich zahm.

01:03:54: Aber von der Hitze ... war es wieder krass.

01:03:58: Also extrem heiß, das verkraft ich einfach nicht.

01:04:02: Also ich bin total heller Hauttyp und ich fahre immer schon mit so einem langarm Shirt, ganz lockeres langarm Shirt, weil ich das viel angenehmer finde und einfach auch nicht so schnell verbrenne.

01:04:16: Aber es war irgendwo in Bulgarien, ich glaube, ja, das war mein zweitletzter Tag und da... hat sich irgendwann so richtige Brandplasen an meinen Beinen und jeder Sonnenstrahl hat wie Nadelstiche ja auf meiner Haut gebrannt.

01:04:36: Und das war dann der Punkt, wo ich gesagt habe, okay, ich gehe jetzt schlafen irgendwie um achtzehn Uhr und fahre dann halt ganz früh in der Nacht weiter.

01:04:48: Von deinem Bakur haben wir eh schon ganz am Anfang gehört.

01:04:52: Du hast es dann gefinischt.

01:04:55: Noch einmal sehr emotional, auch bei der finnischer Party, bist noch einmal aufgerufen worden.

01:05:03: Wie ist das dann im Finnisch gegangen?

01:05:07: Ja, also als ich das Schwarze Meer das erste Mal gesehen habe, das war schon sehr emotional.

01:05:15: und dann die letzten Meter bis ins Ziel.

01:05:20: Ja, habe ich quasi nochmal so an Mohit auch gerichtet und habe total an ihn gedacht.

01:05:28: Und ja, das hat sich für mich einfach richtig so angefühlt, als würde ich das jetzt für uns beide ins Ziel fahren.

01:05:36: Und im Ziel haben Andrew und Hannah dann auch schon gewartet.

01:05:41: Und dann sind erstmal alle... Emotionen von mir abgefallen und es war aber total schön auch.

01:05:49: Und ja, also Moet hat mich ins Ziel getragen und am Ende habe ich wirklich in meiner vorher Traumzeit gefinished.

01:06:04: Ja, schneller als im Jahr vorher, obwohl die Strecke deutlich länger war.

01:06:11: Ja, es war einfach total schön.

01:06:12: Und dann bei der Abschlusspartie.

01:06:15: Dann nochmal das emotionale, aber das Finish an sich war noch emotionaler.

01:06:22: Vor allem warst du pünktlich zur finnische Partie im Ziel, das hast du offiziell in der Querenzzeit.

01:06:28: Und das ist schon eine Wahnsinnsleistung, wenn man jetzt nochmal ... quasi kurz zurückdenken, wie die Vorbereitung gelaufen ist, nämlich nicht ideal mit ein paar Monaten ne Tradel fahren oder jetzt ein paar Wochen ne Tradel fahren und ja.

01:06:43: Ja, genau.

01:06:43: Also im Jahr davor habe ich es gerade oder bin ich ja morgen vor der Finisher Party angekommen.

01:06:50: Aber dieses Jahr hatte ich noch einige Tage Puffer.

01:06:55: Also ich war bin an Tag fünfzehn angekommen.

01:07:00: Das ist die Traumzeit waren vierzehn Tage.

01:07:02: Genau, und die vierzehn standen noch davor, also vierzehn Tage und keine Ahnung, irgendwie ein paar Stunden.

01:07:09: Und trotzdem hast du wieder Lust und Laune gehabt, mit dem Radl zurückzufahren.

01:07:16: Ein weiteres Mal, des Laune Calotta.

01:07:19: Hast du wieder dich mit jemandem zusammentauen, habt ihr wieder irgendwie euch zusammengefunden oder bist du das mal allein zurückgefahren?

01:07:28: Ja, eine Freundin ist extra ... nach Rumänien gekommen und mit ihr bin ich gemeinsam zurückgefahren bis nach Berlin.

01:07:37: Ja, also war wieder total schön und einfach entspanntes Radfahren und nicht so stressig wie bei einem TCR.

01:07:50: Aber es hat ohne Fähre, oder?

01:07:51: Ist das am Landweg zurückgefahren?

01:07:53: Ja, genau.

01:07:54: Also da haben wir auch Bären getroffen in dem Gebirge in Rumänien.

01:08:01: Ja, das war total verrückt.

01:08:04: Also, man fährt wirklich direkt an so einem Bär vorbei.

01:08:10: Ziemlich angsteinflößend.

01:08:13: Aber ja, wir haben es geschafft.

01:08:16: Wir waren froh, als wir oben waren.

01:08:20: Hauptsache, wir sind über die großen Berge in Rumänen drüber?

01:08:24: Ja, ich weiß gerade nicht mehr, wie die heißen.

01:08:26: Aber da, wo Graf Dracula auch ist, genau.

01:08:32: Ja, da war einmal ein Parkour drüber, die Transalpina.

01:08:36: Und davor hat es über die Transfagara, ich hoffe, ich habe es jetzt richtig aussprochen.

01:08:42: Das sind die zwei ganz berühmte Poststraßen dort.

01:08:46: Und beide irgendwie auf ihre Art wunderschönen.

01:08:48: Und das ist ja so ein Beerengebiet.

01:08:49: Ja, genau, diese Transfagara, das war das.

01:08:54: Wie reagiert man?

01:08:55: Wenn man hunde, man trifft hunde, das ist unangenehm, aber irgendwie redet jeder drüber und man findet viele Infos und man weiß ungefähr, was zu tun ist.

01:09:03: Trotzdem ist es schwierig in der Praxis, aber bei Bären gibt es jetzt einmal weniger oft die Situation.

01:09:08: Man ist wahrscheinlich nicht ganz so darauf vorbereitet.

01:09:11: Wie sollte man theoretisch reagieren und wie habt ihr reagiert?

01:09:16: Also keine Ahnung, wie man theoretisch reagieren soll.

01:09:21: Wir dachten irgendwann, ja okay, es wäre irgendwie sinnvoll, wenn wir wenigstens ein Pfefferspray oder so was haben.

01:09:26: Hatten wir natürlich nicht.

01:09:27: Oder so ein Berendspray.

01:09:29: Das haben wir versucht, noch irgendwo zu bekommen, aber das gab es nicht irgendwo.

01:09:32: Und dann dachten wir, okay, wir fahren jetzt halt ohne Berendspray da hoch.

01:09:38: Oder die ersten Berren waren auf der anderen Straßenseite, so dass da ein Auto... zwischen uns und Bär war.

01:09:47: Das war okay und das haben wir auch versucht, dass das weiterhin so ist.

01:09:52: Ja, hat aber nicht so wirklich funktioniert, weil dann auch irgendwann mal so ein Motorradfahrer direkt vor dem Bär halt gemacht hat und den fotografiert hat und wir nicht neben dran halt machen wollten, sondern wir sind dann halt weiter gefahren.

01:10:07: Und die Autofahrer, die haben uns oft schon vorgewarnt, dass da jetzt irgendwie ein Bär kommt.

01:10:12: Ab und zu kam dann aber auch kein Bär.

01:10:14: Und ja, ich glaube irgendwie warten bis ein Auto zwischen Bär und Fahrrad ist.

01:10:21: Das ist glaube ich ganz gut.

01:10:26: Was entbehunden ist, dass Flüchten irgendwie die schlechteste Option bei Bären?

01:10:32: Ja, ich würde jetzt aber nicht neben so einem Bär stehen bleiben.

01:10:35: Also oder an dem einfach vorbeigehen.

01:10:42: Und das Antäuschen, dass ich irgendwie ein Stein auf ihn werfe.

01:10:46: Nein, würde ich jetzt auch nicht ausprobieren.

01:10:50: Ich glaube, du ist da instinkt, die Menschen schon recht stark, oder das sagst du?

01:10:53: Ich muss um mein Überleben irgendwie da jetzt und ich denke nicht viel noch.

01:10:58: Ja, ja, wir haben vorher schon noch einige Sachen gelesen, wie man bei einem Bär irgendwie reagieren sollte.

01:11:04: Ich glaube, da war auch Todstellen oder so dabei.

01:11:08: Aber ja, ich könnte mich jetzt auch nicht vorstellen, mich auf die Straße zu legen, mich totzustellen und dann ist der Bär... Direkt neben mir.

01:11:16: Aber ihr

01:11:22: habt das sicher nach Berlin geschafft und dann von Berlin in den Schwarzwald nochmal mit dem Rad oder?

01:11:29: Nee, ich hatte noch eine ganz verrückte bescheuerte Idee.

01:11:32: Ich bin noch Badlands gefahren.

01:11:35: Also ich bin von Berlin nach Spanien um Badlands zu fahren und dann von Badlands nochmal halb zurück und dann mit dem Bus bis nach Hause.

01:11:45: Aber das war eine richtig dumme Idee.

01:11:47: Also, ja, ich, keine Ahnung, nach dem ersten Tag dachte ich mir so, okay, ich schinde jetzt nur meinen Körper, es macht gar keinen Sinn, aber die Landschaft war schön.

01:11:58: Beim Badlands oder am Weg hin und wieder?

01:12:01: Bei Badlands.

01:12:03: Da hast du die Sommerferien extrem ausgenützt oder viel, wo hat dann wahrscheinlich nie mehr übrig?

01:12:08: Nee, nee, gar nichts.

01:12:09: Also ich kam auf den letzten Drück an, ich glaub, ein oder zwei Tage vorher.

01:12:15: Ne, einen Tag, maximal.

01:12:17: Ja.

01:12:19: Aber du hast das Badlands aber gefinischt?

01:12:21: Ja, ich hab's gefinischt.

01:12:22: Aber das war das erste Rennen, wo ich irgendwann dachte, dass ich nicht finnischen werde, weil's mir echt so schlecht ging.

01:12:31: Und ich auch so ein Offroad-Rennen total unterschätzt hab.

01:12:35: Also Gravel ist echt nochmal was ganz anderes als irgendwie auf der Straße zu fahren.

01:12:41: Vor allem nachts.

01:12:42: Also ich kann mittlerweile ganz gut nachts fahren, aber nachts irgendwo auf einer Gravel Passage.

01:12:48: Ja, war ein bisschen anders.

01:12:54: Hast du Ziele für die nächsten Sommerferien?

01:12:57: Sportliche Ziele?

01:12:59: Ja, das dritte mal TCR.

01:13:03: Sehr schön.

01:13:04: Das ist ein cooles Großartig, hast du.

01:13:08: Hast du da irgendwann einmal so die Frage gestellt?

01:13:11: So ein bisschen mit Ehrgeiz und Leistungsdenken, dass du sagst, du kannst vielleicht noch ein bisschen schneller gehen, wenn ich jetzt einmal keine Handverletzung habe oder keine gebrochene Hand oder quasi im Frühling richtig trainieren kann, regelmäßig strukturiert, ob da noch was drinnen ist.

01:13:33: oder ist das nicht so der Antrieb?

01:13:34: und du sagst, es geht dann ums Erlebnis und ums Wieder dabei sein und die Route aus Norwegen, die das mal irgendwie ganz besonders ist.

01:13:42: Hast du ein genaues Ziel, wieder die vierzehn Tage oder mehr?

01:13:47: Ja, also der Ehrgeiz hat mich gepackt und ich will auf jeden Fall das Rennen noch mal besser fahren als im letzten Jahr.

01:13:56: Ja, Mohitz hat vor zwei Jahren schon zu mir gesagt, dass ich auch irgendwie Top drei Frauen fahren könnte.

01:14:05: Damals dachte ich so, ja, nee, niemals.

01:14:07: Also, es war irgendwie mein erstes Rennen, gar keine Chance.

01:14:12: Aber jetzt dieses Jahr ist schon mein Ziel, noch besser zu fahren als letztes Jahr, weil letztes Jahr, wir haben einfach auch wieder total viele Trainingskilometer gefehlt und die komplette Zeit irgendwie bis April.

01:14:27: Und ja, ich habe jetzt auch einen Trainer und mache ein bisschen strukturierteres Training.

01:14:32: Das vor oder als ich mit Schwimmen aufgehört habe, konnte ich mir das Beim besten will ich nicht mehr vorstellen, irgendwann noch mal strukturiert zu trainieren, sondern ich wollte das machen, was mir halt Spaß macht.

01:14:45: Aber ja, jetzt habe ich gemerkt, vor allem so im Winter bringt das so unendlich viel, einfach irgendwie einen Plan zu haben und den zu verfolgen, weil das mache ich dann auch.

01:14:58: Aber wenn ich das halt nicht mache oder nicht habe, dann mache ich das auch nicht.

01:15:04: Genau.

01:15:05: Ja, jetzt mit komplett Winter durchtrainieren und ordentlicher aufbauen.

01:15:14: Ja, bin ich mal gespannt, was so geht.

01:15:18: Also ich glaube, so von der Effizienz kann ich nicht mehr so viel rausholen, aber an sich von meiner Fitness bestimmt noch.

01:15:25: Die Effizienz ist schon kaloter approved.

01:15:27: Ah, nee.

01:15:29: Ich glaube, das könnte schon noch mehr gehen, aber ja.

01:15:33: Aber... Es ist ja so, dass irgendwie strukturiertes Training.

01:15:36: natürlich die Trainingseinheiten machen nicht immer Spaß.

01:15:39: Das ist ekloa.

01:15:40: Gerade im Winter, wenn man es dann teilweise indoor macht, aber zu merken, dass was weitergeht, macht ihr dann doch auch wieder Spaß.

01:15:47: Ja, und irgendwie selbst indoor, wenn ich weiß, ja okay, das mache ich jetzt, dann mache ich das auch und dann ist es halt nervig, aber es ist dann auch okay und dann habe ich ein gutes Gefühl, dass ich was Sinnvolles gemacht habe und ich halt irgendwie Auf dem Fahrrad saß und keine Ahnung, dieselbe Runde wie immer gefahren bin.

01:16:10: Sehr cool, das werden wir ganz genau beachten.

01:16:14: Wir sind sehr gespannt.

01:16:15: Ich finde es auch sehr cool, dass du die Norma angemeldet hast.

01:16:20: Der Straps hat schon gesagt, die Strecke, was ganz Besonderes, wie findest du persönlich die Strecke?

01:16:27: Ja, richtig toll.

01:16:29: Also, als ich die Route gesehen habe, war das nicht so wie im Jahr davor.

01:16:34: Ah nee, das ist totaler Scheiß.

01:16:37: Mit so einer Fähre, das fahre ich nicht.

01:16:39: Ja, es gibt wieder eine Fähre, aber die ist deutlich kürzer.

01:16:41: Und ja, der Start in Norwegen und dass man wirklich komplett von Nord nach Süd fährt, finde ich total reizend.

01:16:52: Und da dachte ich auch direkt, ja okay.

01:16:54: Also es gibt jetzt irgendwie keinen Grund, das nicht zu fahren, bis ich dann festgestellt habe, ah ja.

01:16:59: Mist, es gibt doch einen Grund.

01:17:00: Ich habe dann auch keine Sommerferien.

01:17:04: Das konnte ich zum Glück mit meiner Schule regeln.

01:17:07: Also ich bekomme quasi ausnahmsweise unbezahlten Urlaub.

01:17:12: Bin ich ultra dankbar, dass ich das machen kann, weil ja, ich wollte mir das echt nicht entgehen lassen.

01:17:19: Das sind doch wunderbare Aussichten.

01:17:23: Ich freu mich schon, wenn wir uns dann in Trondheim spätestens treffen.

01:17:28: und wünscht ihr bis dahin extrem viel gute, gut strukturierte und trotzdem spaßige Trainingsstunden und Trainingskilometer und Trainingseinheiten.

01:17:38: Und ich möchte echt einmal ein riesen, riesen großes Danke sagen für deine Offenheit und deine Ehrlichkeit und für das coole Gespräch.

01:17:46: Es war wirklich super.

01:17:48: Ja, vielen, vielen Dank euch, weil es ist ja auch kein einfaches Thema, also das irgendwie so mit mir zu besprechen.

01:17:55: Und ich bin euch echt... Und fassbar dankbar, dass ich bei euch im Podcast sein durfte.

01:18:01: Wir sagen danke, dass du dir die Zeiten gemacht hast für uns.

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